Ist CBD abhängig machend? Mythen und Fakten

Das Interesse an CBD-Produkten ist in den letzten Jahren in Dänemark und weltweit stark gestiegen. Öle, Kapseln, Cremes und Nahrungsergänzungsmittel mit Cannabidiol (CBD) sind heute in Reformhäusern, online und sogar in einigen Apotheken erhältlich. Mit dieser zunehmenden Verbreitung entstehen jedoch auch Fragen, Unsicherheiten und hartnäckige Mythen. Eine der häufigsten Fragen lautet: „Ist CBD abhängig machend?“

Um diese Frage korrekt zu beantworten, ist es wichtig, wissenschaftlich belegte Fakten von verbreiteten Annahmen zu unterscheiden.

Mythos: CBD verursacht denselben Rausch und dieselbe Abhängigkeit wie Cannabis

Ein weit verbreitetes Missverständnis ist, dass CBD dieselben Wirkungen habe wie THC – der psychoaktive Bestandteil der Cannabispflanze, der einen Rauschzustand auslöst. Zwar stammen sowohl THC als auch CBD aus derselben Pflanze, doch ihre Wirkungsweisen unterscheiden sich grundlegend.

THC aktiviert CB1-Rezeptoren im Gehirn, was zu Euphorie, verminderter Koordination, Paranoia und in manchen Fällen zu Abhängigkeit führen kann.

CBD hingegen bindet nicht in derselben Weise an CB1-Rezeptoren und erzeugt keinerlei Rauschzustand. Aus diesem Grund besitzt CBD nicht dasselbe Abhängigkeitspotenzial wie THC.

Fakt: Die WHO bewertet CBD als nicht abhängig machend

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat zahlreiche wissenschaftliche Studien ausgewertet und veröffentlichte 2018 einen umfassenden Bericht über CBD. Die Schlussfolgerung war eindeutig:

„CBD zeigt keine Wirkungen, die auf Missbrauchs- oder Abhängigkeitspotenzial beim Menschen hinweisen.“

Die WHO erkennt an, dass CBD generell sicher und gut verträglich ist – selbst in relativ hohen Dosierungen. Dies ist ein entscheidender Punkt bei der Bewertung des Risikos regelmäßiger Anwendung.

Im Gegensatz zu vielen Substanzen, die zur Behandlung von Angstzuständen, Schmerzen oder Schlafproblemen eingesetzt werden – etwa Benzodiazepine oder Opioide – hat CBD in kontrollierten Studien keine körperliche Abhängigkeit verursacht. Das macht CBD zu einer interessanten Alternative oder Ergänzung zu stärker suchterzeugenden Medikamenten.

CBD und das Belohnungssystem des Gehirns

Abhängigkeit entsteht, wenn ein Stoff das Belohnungssystem des Gehirns überstimuliert und hohe Mengen Dopamin freisetzt. Dies führt zu einem wiederholten Verlangen nach der Substanz. So wirken Alkohol, Nikotin und Kokain stark abhängig machend.

CBD hingegen wirkt eher ausgleichend als stimulierend. Es beeinflusst Serotonin- und Dopaminrezeptoren indirekt und kann so emotionale Stabilität unterstützen. Außerdem interagiert CBD mit dem Endocannabinoid-System, das Stress, Stimmung, Appetit und Schlaf reguliert.

Mehrere Studien deuten sogar darauf hin, dass CBD das Verlangen nach suchterzeugenden Substanzen verringern kann.

Beispiele aus der Forschung:

  • Eine Studie aus dem Jahr 2015 zeigte, dass ehemalige Heroinabhängige, die CBD erhielten, weniger Verlangen und weniger angstbedingte Reaktionen auf auslösende Reize verspürten (Hurd et al., 2015).
  • Eine Untersuchung aus dem Jahr 2013 fand Hinweise darauf, dass CBD Rauchern helfen kann, ihren Zigarettenkonsum zu reduzieren (Morgan et al., 2013).

Gibt es Nebenwirkungen bei der Einnahme von CBD?

Obwohl CBD im Allgemeinen als sicher und nicht abhängig machend gilt, können dennoch Nebenwirkungen auftreten. Dazu gehören:

  • Müdigkeit
  • Mundtrockenheit
  • Schwindel
  • Veränderungen des Appetits

In seltenen Fällen kann CBD die Wirkung bestimmter Medikamente beeinflussen, insbesondere von Blutverdünnern. Diese Nebenwirkungen sind jedoch keine Anzeichen für Abhängigkeit, sondern Ausdruck der körperlichen Anpassung. Sie sind meist mild und klingen ab, wenn die Dosis reduziert oder der Körper an CBD gewöhnt wird.

Menschen mit schwerwiegenden Gesundheitsproblemen oder solche, die regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten vor der Einnahme unbedingt einen Arzt konsultieren.

Was sagt die Gesetzeslage?

In Dänemark ist CBD legal, solange der THC-Gehalt 0,2 % nicht überschreitet. Produkte mit einem höheren THC-Gehalt gelten als berauschende Substanzen und unterliegen strengen gesetzlichen Vorschriften.

Für Verbraucher bedeutet dies, dass sie CBD-Produkte aus vertrauenswürdigen Quellen sicher verwenden können, ohne Abhängigkeitsrisiko oder rechtliche Probleme – sofern die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden.

Fazit

Nach aktuellem Forschungsstand und gemäß der Bewertung führender Gesundheitsorganisationen wie der WHO ist CBD nicht abhängig machend. Anders als THC und andere psychoaktive Substanzen beeinflusst CBD das Belohnungssystem des Gehirns nicht in einer Weise, die Abhängigkeit erzeugt.

Im Gegenteil weisen mehrere Studien darauf hin, dass CBD möglicherweise zur Behandlung von Suchterkrankungen beitragen kann, darunter Nikotin- oder Opioidabhängigkeit.

Richtig angewendet und verantwortungsvoll dosiert ist CBD ein sicheres, nicht abhängig machendes Mittel, von dem viele Menschen im Alltag profitieren. Eine Rücksprache mit medizinischem Fachpersonal ist jedoch empfehlenswert, insbesondere bei bestehenden Krankheiten oder gleichzeitiger Medikamenteneinnahme.

Quellen

World Health Organization (2018): Cannabidiol (CBD) Pre-Review Report

Hurd, Y.L. et al. (2015): Cannabidiol for the Reduction of Cue-Induced Craving and Anxiety in Drug-Abstinent Individuals With Heroin Use Disorder, The American Journal of Psychiatry

Morgan, C.J. et al. (2013): Cannabidiol reduces cigarette consumption in tobacco smokers, Addictive Behaviors

Millar, S.A. et al. (2019): A Systematic Review on the Pharmacokinetics of Cannabidiol in Humans, Frontiers in Pharmacology

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